SCHMERZKLINIK am ARKAUWALD
Fachklinik für spezielle Schmerztherapie

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97980 Bad Mergentheim
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Informationen zum Thema Schmerz und Schmerztherapie

KNIEGELENKSSCHMERZEN

Anatomie (= Lehre vom Körperaufbau) des Kniegelenks

Quelle: http://www.arthros.de/knie02.gif

Kniegelenksschmerzen bezeichnet der Mediziner als Gonalg ie.
Die verschiedenen Ursachen:

  1. Arthose

  2. Arthritis

  3. Chondropa thia patel lae

  4. Patellaluxation

  5. Tanzende Patella bei Kniegelenkerguß

  6. Osteopathia patel lae

  7. Tumor

Zu den einzelnen Erkrankungen:

Ad 1 - Die häufigste Ursache für chronische (= lang anhaltende) Kniegelenksschmerzen ist die Arthrose. Dabei handelt es sich um eine vorwiegend degenerative (= abnutzungsbedingte) Gelenkerkrankung, die (mit großen Schwankungen) hauptsächlich mit zunehmendem Alter auftritt.
Bei der sogenannten Arthrosis deformans (Arthropathia deformans) liegen chronisch schmerzhafte, zunehmend fun ktionsbehindernde Gelen kveränderungen infolge eines Mißverhäl tnisses von Tragfähigkeit und Belastungen vor. Von diesen Kniegelenksschmerzen sind hauptsächlich Hüft- und Kniegelenke (Coxarthrose und Gonarthrose)
betroffen. Die Entstehung einer Arthrose und die damit verbundenen Kniegelenksschmerzen kann durch mehrere Faktoren begünstigt werden, so durch Überlastungen ( z.B. bei Fliesenleger), Vorschädigungen des Gelenks infolge eines Unfalls oder auch eigenständige Gelenksentzündungen (Arthritis).
Relativ häufig treten Kniegelenksschmerzen nach Sportverletzungen auf, meist aber infolge einer Schädigung der Gelenkzwischenscheibe (Meniskus).

Ad 2 - Zu Kniegelenksschmerzen (chronische) kommt es auch bei einer Entzündung des Kniegelenks (Gonarthri tis), am häufigsten im Rahmen einer Systemerkrankung, wobei dann aber meist mehrere Gelenke betroffen sind. Es dominieren rheumatische bzw. rheumatoide (= rheumaähnliche) Prozesse.
Im Jugendalter können im Rahmen einer systemischen juvenilen chronischen Arthritis (Still Syndrom)
Gelenk- bzw. Kniegelenksschmerzenauftreten, eine meist symmetrisch verteilte Polyarthritis (= gleichzeitige Entzündung mehrerer Gelenke). Begleitende Krankheitszeichen sind Milz- und Lebervergrößerung, Fieber sowie Schwellungen von Lymphknoten.
Im Rahmen von In fektionskrankheiten (z.B. Masern, Mum ps, Röteln, Windpoc ken) kann es ebenfalls zu Gelen k- bzw. Kniegelenkschmerzen kommen, sog. parainfektiöse reaktive Arthritiden.

Ad 3 - Der Begriff Chondropathia patellae steht für ein Knorpelleiden der Kniescheibe, hervorgerufen durch Knorpelerweichung unterhalb der Scheibe. Vorausgegangen sind Auffaserungen und Abschilferungen des Knorpels. Manchmal bildet sich ein Sequester (= isolierter, abgestorbener Teil eines Organs) und kann dann zu einem sog. freien Gelen kkörper werden.
Die Patienten klagen über Schmerzen im Bereich der Kniescheibe, häufig nach bergab gehen oder aber auch nach längerem Sitzen mit gebeugten Knien. Schlafen mit gebeugten Knien führt zu einem nächtlichen Ruheschmerz.
Die Krankheit tritt bevorzugt bei jungen Frauen, aber auch bei jungen Män nern, während des Wac hstumsschubes in der Pubertät auf, sie wird durch Fehlbildungen oder Feh lstellungen der Kn iescheibe begünstigt. Auch eine dauerhafte Überbeanspruchung der Kniescheibe bei knieenden Tätigkeiten (z.B. bei Fl iesenleger) kann zu einer Chondropat hia patellae führen.

Ad 4 - Bei einer Patellaluxation handelt es sich um eine Kniegelenksverletzung, bei der die Kniescheibe (Patella) aus ihrer Führung springt (Luxation). Meist bewegt sich aber die Kn iescheibe spontan (= von selbst) in ihre Ausgangsstellung zurück (Reposition).

Ad 5 - Bei einem Kniegelenkserguss kann es zu einer tanzenden Patella kommen. Unter einem Erguss im Kniegelenk versteht man eine vermehrte Flüssigkeitsansammlung innerhalb der Knie gelenkkapsel. Bei der Flüssigkeitsansammlung kann es sich um eine normale oder krankhaft veränderte Gelenkflüssigkeit, Blut oder auch Eiter handeln.

Ad 6 - Im Rahmen der Osteopathia patellae (= Knorpelerkrankung der Kniescheibe) kann es zu einer Patellaspitzennekrose (= Absterben von Knorpelgewebe an der Kniescheibenspitze) und damit auch zu Kniegelenksschmerzen kommen.

Ad 7 - Eher selten können auch Tumore zu Kniegelenksschmerzen führen, oft gehen diese von der I nnenhaut der Gelenkkapsel (Membrana synovialis) oder von der Gelen kkapsel selbst aus. An gutartigen Tumoren kommen vor: Hämang iome (= Wucherungen von Blutgefäßen), Lipome (= Fettgewebsgesch wulste) und Fibrome (= Bindegewebswucherung). Bösartig ist das maligne Synov ialom.


Schmerztherapie

Verbleiben nach einer krankheitsspezifischen bzw. kausalen (= auf die Ursache gerichteten) Behandlung dennoch weiterhin Kniegelenksschmerzen, so eignen sich zur Behandlung folgende Maßnahmen, wobei chronische Kniegelenksschmerzen praktisch immer eine Kombination  verschiedener Therapieverfahren erfordern:

Medikamentöse Schmerzbehandlung bei Kniegelenksschmerzen

A kut (= plötzlich einsetzend, heftig) und su bakut (= eher schlei chend verlaufend) können zunächst (vorwiegend) per ipher wirkende An algetika (= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerz entstehung wirken) eingesetzt werden, insbesondere sogenannte n icht steroidale Antirheumatika (= Rheumamittel), aus dieser Gru ppe möglichst lang wirkende und magenschonende wie z.B. Meloxicam. Besonders magen schonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Par ecoxib oder Etor icoxib, allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislau f-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapie. Es bleibt abzuwarten, ob die beiden Medikamente nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stof fgruppe zuvor.
Bei stärkeren schmerzhaften
Mus kelverspannungen können darüber hinaus auch Mus kelrelaxanzien (= Mittel zur Entspannung von Mus keln) (z.B. Orphenadrin, Tol perison) verordnet werden.
Manchmal sind aber diese Schmerzen nur mit zen tral wirkenden Anal getika ((z.B. Tramadol, Tilid in, Oxycodon (
Tilid in oder Oxycodon auch mit Naloxon) oder Morphin)) (= im Gehirn bzw. Rüc kenmark wirkende Schmerzmit tel) beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber auch bei diesen Schmerzzuständen eine länger fristige Schmerzm ittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar Schmerzmittelabhängigkeit vermieden werden.Eine Kombination mit schmerzdistan zierenden Antidepressiva (= Medikamente gegen Dep ression, aber auch bei chronischen Schmerzen hilf reich) (z.B. Doxepin, Maprot ilin) oder Neuroleptika (= sog. „Nervendäm pfungsmittel“) hilft in vielen Fällen Schmerzmedikamente einzusparen.

Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) bei Kniegelenksschmerzen:
Bei anhaltenden
Kniegelenksschmerzen sollten rechtzeitig alternative Me thoden eingesetzt werden. Eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Such tpotential, ist die therapeutische Lokalanäs thesie mit einem lang wirkenden, örtlichen Bet äubungsmittel (z.B. Bu pivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und/oder Blockaden der schmerzleitenden Nerven. Dabei wird das schmerz hafte Kniegelenk wiederholt (stationär bei uns 2 mal täglich) großzügig peri kapsulär (= um das Gelenk herum) infiltriert. Das Kniegelenk kann auch mit "Ze el" umspritzt werden, was manchen Patienten mit "homöopathischer" Grundeinstellung entgegen kommt.
Als nächst höhere Therapiestufe kommen bei
Kniegelenksschmerzen wiederholte Blockaden (= Betäubungen) des vorderen Oberschen kelnervs (N. femoralis) in Frage, in hartnäckigen Fällen auch kontinuierlich mit eingepflanztem Katheter*. Das Lokalanästhetikum (= örtliche Betäubungsmittel) wird dabei jeweils verdünnt verabreicht, so daß nur die Sensibil ität (= u.a. Schmerzempfindung) betroffen ist, die Motorik (= Muskelkraft) aber erhalten bleibt und damit begleitend intensive, gelen kfunktionserhaltende sowie fun ktionsfördernde krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich sind, bzw. bei stärkeren Schmerzen durch Hemmung der Noz izeption (= Schme rzreizleitung) überhaupt erst möglich werden.
Nervenblockaden haben darüber hinaus eine sehr günstige Nebenwirkung. Durch die gleichzeitige Blockade vegetativer Nervenfaseranteile kommt es im kor respondierenden Körperbereich zu einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung, die jedem entzündlichen oder auch degenerativen Prozeß nachhaltig entgegen wirkt. In diesem Sinne ist diese Behandlung nicht nur symptomatisch (= nicht nur auf den Schmerz gerichtet), sondern kurativ (= heilend, auf die Ursache gerichtet).

*   Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird der dünne Kunststoffschlauch vorübergehend (z.B. 10-14 Tage lang) dicht an ein Nervengeflecht bzw. den betroffenen Nerven eingepflanzt. Die Implantation erfolgt durch eine handelsübliche Kan üle hindurch, es muß also nicht „aufgeschn itten“ werden. In der Folge wird in diesen Katheter mehrmals tägl ich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos eingespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsm ittels auch eine Pumpe angeschlossen werden.
Nach neueren Erkenntnissen kann eine solche, intensive, län gerfristige Blockadebehandlung auch das sog. Schmerzgedächtnis löschen.

Physikalische Therapie bei Kniegelenksschmerzen (chronische):
Eine Elektrostimulation kann auch bei
Kniegelenksschmerzen eine Beschwerdelinderung herbeiführen. Die transkutane Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator (TENS) hat den Vorteil, daß sich die Patien ten bei Bedarf auch selbst behan deln können. Die Elek troden werden paarig über dem Gelenk aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz kann die Wirkung optimiert werden.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche Kryotherapie (= Kältetherapie) im Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen Kal tluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C heruntergekühlt ist. Manche Patienten mit
Kniegelenksschmerzen empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen (Rot licht) als besser wirksam.
Wichtig ist eine begleitende heilgymnastische Therapie, da meist nur diese geeignet ist, Gelenkfunktionen zu fördern bzw. zu erhalten.

Andere Therapiemaßnahmen bei Kniegelenksschmerzen:
Der Vollständigkeit halber darf die Akupunktur nicht unerwähnt bleiben. Auch eine Magnetfeldtherapie kann hilfreich sein.
Hypnoide (= bewußtsei nsverändernde) Verfahren wie autogenes Training oder auch die progressive Relaxat ion nach Jakobson sind im Rahmen der psychologischen Schmerzbehandlung eine sinnvolle Ergänzung.

Viele gute Gründe sprechen für eine stationäre Behandlung in der SCHMERZKLINIK am ARKAUWALD, so z.B.:

Für Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen bieten wir auf der Grundlage des § 40 bzw. 111 SGB V eine Rehabilitationsbehandlung an und für Patienten privater Krankenkassen werden Krankenhausbehandlungen gemäß OPS 8-918 durchgefü hrt. Die Klinik ist auch beihilfefähig. Teilweise übernehmen auch Rentenversicherungen und Berufsgenossenschaften die Kosten für eine stationäre Schmerzbehandlung.
Die Kostenübernahme muß jeweils zuvor (gilt auch für private Kassen oder Beihilfe) beantragt werden.

Wenn Sie Fragen haben oder ein anderes spezielles Schmerzthema suchen, schicken Sie uns einfach ein kurzes Mail: schmerz@schmerz.com. Wir informieren Sie prompt. Wir haben über 700 Themen im Internet, diese können wir hier aber nicht alle auflisten.

Infos (z.B. Prospekt) können Sie zu jeder Tages- oder Nachtzeit anfordern, auch am Wochenende!
Tel.: +49 (0) 7931 - 545-0 * Fax: +49 (0) 7931 - 545-131

Sie wollen mit einem erfahrenen Schmerzarzt sprechen? Kein Problem, einfach jeweils an einem Mittwoch zwischen 13.00 und 14 Uhr oder Donnerstag zwischen 13.00 und 15.00 Uhr die Tel.-Nr. 07931-5450 anwählen (keine extra Gebühren).

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Impressum Aktualisiert:>6.10.2009</>